Heidelberg Honig — Heidelbergbox.de

Heidelberg Honig

Als wir uns an einem schönen Sommermorgen auf den Weg zur Imkerei von Peter Griesinger machen, erwarten wir insgeheim von einem Pfeife rauchenden, in Schutzkleidung gehüllten Imker in Empfang genommen zu werden.

Doch auf der Waldlichtung auf der unzählige bunte, durchnummerierte Holzkästen stehen empfängt uns Peter tiefenentspannt in ganz normaler Arbeitskleidung. Begleitet von einem dezenten Hintergrundsummen erzählt er uns enthusiastisch von der Bienenzucht und wie er die Imkerei vor drei Jahren von seinem Vorgänger übernommen hat, der hier schon seit mehr als 50 Jahren Honig produzierte.

Peter Griesinger berichtet uns über die Bienenzucht
Bienenstöcke in Heidelberg Dossenheim

In dieser Zeit hat sich die Bienenzucht stark verändert. Die Bienen sind durch gezielte Zucht immer zahmer geworden, weshalb der Imker seinen Schutzanzug nur noch selten braucht. Auch die Bienenkörbe – Magazinbeuten im Fachjargon – sind handlicher und effizienter geworden und sogar digitale Hilfsmittel haben in das traditionelle Handwerk Einzug gehalten.

Doch der Fortschritt hat auch seine Schattenseiten: nicht nur, dass die Bienen mit den Folgen von Waldrodung, Industrialisierung, Monokulturen und Pestizideinsatz zu kämpfen haben, auch die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe führt immer wieder zu massenhaftem Bienensterben.

Wir öffnen einen Bienenstock
Heutzutage rauchen Imker leider keine Pfeife mehrViele Bienen tummeln sich auf einer Wabe

Nachdem Peter ein Rauchgebläse vorbereitet hat, zeigt er uns bereitwillig das Innere eines Bienenstockes. Der ansässige Bienenschwarm nimmt das Ganze gelassen, mit nur einer Ausnahme: eine der fleißigen Honigsammlerinnen ist gar nicht begeistert als Peter uns von ihrem Honig kosten lässt und sticht zu. Für den Imker nichts neues, er wird täglich mehrere Male gestochen und merke das meist gar nicht mehr, erwähnt er beinahe nebenläufig und reicht mir eine Tube Fenistil. Nachdem die Fronten geklärt sind halte ich bei der nächsten Magazinbeute die Peter uns zeigt etwas mehr Abstand. Jedenfalls für die ersten Minuten. Zu faszinierend sind die tausend Bienen, die sich auf dem Wabengebilde tummeln. Unter ihnen findet Peter die Königin, die mit einem blauen Marker markiert ist und sich auch so durch ihre Größe von dem restlichen Bienenvolk unterscheidet.

Heidelberger Honigbiene
Peter Griesigner öffnet einen BienenstockDer skeptische Gora

Die Königin ist das einzige Individuum das Eier legt und zeigt sich für die Fortpflanzung verantwortlich. Der Name “Königin” ist dabei eher irreführend, da die Königinnen das Volk nicht regieren und wenig zu sagen haben. Erstaunlicherweise wird die Königin in ihrem ganzen Leben von nur 10-15 männlichen Bienen, den Drohnen, begattet und kann mit den dort entstandenen Millionen Spermien aufgrund der sogenannten Spermatheca, für die Aufrechterhaltung des Bienenvolkes sorgen.

Wir stehen mittlerweile auf einer rundlichen Lichtung und Peter berichtet, wie die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen durch die jeweiligen Standorte beeinflusst werden. Nicht nur die in der Nähe des Bienenstocks wachsenden Bäume und Pflanzen nehmen Einfluss auf den Geschmack des Honigs, sondern auch die Witterungsverhältnisse im Erntejahr sowie die vom Menschen gemachten Umweltfaktoren wie Landwirtschaft und Pestizideinsatz.

Heidelberger Bienen
Heidelberger Honig Waben

Und so kommt es, dass der Honig aus Dossenheim durch die hier wachsenden Edelkastanien einen völlig anderen Geschmack als der Honig aus der Weststadt hat – ein absolut regionales Produkt also. Peter hat in Heidelberg und in der Umgebung noch mehrere Bienenvölker, so dass er verschiedene Honigsorten anbietet.

Sobald Peter den diesjähren Honig ernten und schleudern wird, besuchen wir Ihn erneut und freuen uns Bereits auf weitere spannende Einblicke in die Imkerei. Wer in der Zwischnzeit mehr über Bienen und die Honigproduktion erfahren oder regionalen Honig kaufen will, dem legen wir den Besuch folgender Webseiten ans Herz:

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